Warum eine gesunde Selbsteinschätzung der Schlüssel für Veränderung ist

In diesem Beitrag will ich dir näherbringen, wie du es schaffst, dich zu ändern und warum der erste Schritt dazu eine gesunde Selbsteinschätzung ist.

Es ist an der Zeit, in den Spiegel zu blicken und brutal ehrlich zu dir selber zu sein. Bist du bereit, ein Macher zu werden? 

Das Problem mit den unrealistischen und unehrlichen Zielen

Kürzlich habe ich meine E-Mail-Liste gefragt:

»Was ist die eine Sache in deinem Leben, die du dir ständig vornimmst, aber irgendwie trotzdem nie durchziehst?«

Eine der Antworten war unglaublich spannend.

Jemand hat geantwortet: »Ich möchte 5x die Woche ins Yoga gehen. Aber ich schaffe es überhaupt nicht, Sport zu treiben.«

Ich habe zurückgeschrieben und sie gefragt: »Warum gehst du dann nicht langsam an und machst es 1x die Woche und zuhause?«

Und sie schrieb: »Warum soll ich nur 1x die Woche Yoga machen? Das bringt mir überhaupt nichts.«

Ich finde diese Aussage sehr interessant. Denn sie bedeutet in anderen Worten: Sie träumt lieber davon, 5x die Woche ins Yoga zu gehen, als es 1x die Woche wirklich zu tun.

Ich fand das erstaunlich. Denn es verdeutlicht die Idee, gegenüber sich selbst brutal ehrlich zu sein.

Bist du ehrlich zu dir selbst?

Wieviele von uns sind nicht wirklich ehrlich zu sich selbst? Wieviele sagen sich beispielsweise Jahre lang, dass sie sich wünschen, regelmässig Sport zu treiben?

»Ich will meine alte Figur zurück, ich sollte mit dem Joggen beginnen.«

Und trotzdem machen wir es nicht.

Wir bemühen uns, schaffen es aber trotzdem nicht.

Wäre es nicht besser, einfach zu sagen: »Sport ist nichts für mich. Ich mag Sport nicht und ich kann mich auch nicht dazu aufraffen. Will ich wirklich gesünder leben, versuche ich, die Ernährung ein wenig anzupassen, ausgedehnte Spaziergänge zu machen und öfters die Treppen anstelle des Aufzugs zu nehmen.«

Warum akzeptieren wir nicht einfach, dass es nicht unserem Naturell entspricht, Sport zu treiben?

Wäre es nicht sinnvoller, zu akzeptieren, dass ich kein sportlicher Mensch bin, anstatt mich 5, 10, 20 oder 30 Jahre lang selber zu quälen und mich für etwas schuldig zu fühlen, dass ich vermutlich nie ändern werde?

Oder anders gesagt, wäre es für die Frau nicht einfacher sich einzugestehen: »Ok, 5x die Woche, und dann auch noch ausser Haus, ist möglicherweise ein zu grosses, ein zu unrealistisches Ziel. Auch wenn ich dadurch nicht so ehrgeizig wirke, aber ich mache 1x in der Woche Yoga und ich mache es zuhause mithilfe einer Yoga-App und gut ist.«

Und nachdem sie das einige Wochen macht und sich nach und nach besser fühlt, sagt sie sich plötzlich: »Hm, irgendwie fühle ich mich nach jeder Yoga Session besser. Ich mag das gute Gefühl, das es mir gibt. Ab jetzt mache ich es 2x die Woche.«

Ich finde es besser, wenn jemand jahrelang 2x die Woche Yoga macht, anstatt ein paar Wochen 5x und aufgibt.

Brutale Ehrlichkeit gegenüber uns selber kann uns helfen, uns dramatisch zu verändern. Aber nur dann, wenn wir wirklich gnadenlos und 100% ehrlich zu uns selbst sind.

Fakt ist: Sich selbst zu kennen - die eigenen Schwächen und Stärken - ist absolut kritisch, um sich zu ändern oder Verhaltensweisen anzupassen. Trotzdem fallen wir immer wieder in die alten Verhaltensmuster zurück und suchen nach Ausreden, anstatt nach Lösungen.

Das Märchen von der fehlenden Zeit

Bei der Recherche zu meinem Kurs die 3-Fliegen-Methode (in dem es darum geht Marktrecherche, Kurs-Tester und Testimonials mit einer Klappe zu schlagen) habe ich die Menschen gefragt, was sie davon abhält, besagtes Thema anzugehen.

Weisst du, was die am meisten genannte Antwort war?

»Ich habe nicht genug Zeit.«

Wirklich, der Hauptgrund, etwas nicht tun ist »nicht genug Zeit«?

Ich sage: »Bullshit!«

Um die Inhalte des Kurses zeitnah umzusetzen, braucht es (über einen begrenzten Zeitraum) nicht mehr als 5 Stunden die Woche - das sind knapp 43 Minuten am Tag.

Ich bin sicher jeder findet 5 Stunden in der Woche, wenn es sein muss.

  • Ich bin sicher, wenn dir jemand einen Orden verleihen will, findest du 5 Stunden, um hinzugehen.
  • Wenn du ein Kind hast und dieses irgendeine Darbietung hat, bei dem es dich unbedingt dabei haben möchte, wirst du ein paar Stunden freimachen können, um dabei zu sein.
  • Willst du diese Netflix Serie sehen oder in deinem Buch weiterlesen, wirst du Zeit finden, das zu tun.

Was ich damit sagen will: »Ich habe keine Zeit«, ist meist einfach nur die bequemste Ausrede.

Wenn mir jemand sagt, dass er keine Zeit hat, ziehe ich meine Augenbraue hoch.

Mir wäre es lieber, dieser jemand würde sagen: »Weisst du was, ich habe momentan einfach andere Prioritäten, diese Sache interessiert mich gerade nicht.«

Mir ist es lieber, jemand gibt mir solche Antworten, als das bequeme und oberflächliche »ich habe nicht genug Zeit«.

Was steckt wirklich hinter »ich habe keine Zeit«?

Als ich tiefer grub, habe ich die wirklichen Gründe für »ich habe nicht genug Zeit« freigeschaufelt.

Es waren Dinge wie:

  • »Ich habe Angst vor Neidern, falls ich erfolgreich bin.«
  • »Was, wenn ich scheitere?«
  • »Was werden die Menschen von mir denken, wenn ich mich plötzlich im Internet zeige?«
  • »Ich will nicht einer jener schleimigen Internet Marketer werden.«
  • »Ich habe Angst, dass wenn ich jetzt anfange, ich soviel Zeit täglich investieren muss, dass ich alle anderen wichtigen Dinge in meinem Leben vernachlässige.«

Alles Gründe, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Genau das habe ich vor Jahren, bevor ich mein Online Business startete, auch gedacht.

Nur weil du deine wahren »Ängste« kennst, heisst das nicht, dass du dich nicht trotzdem von ihnen leiten lässt

Ein anderes Mal habe ich ebenfalls eine interessante Mail erhalten. Jemand hat mir Folgendes geschrieben:

»Gian, ich will unbedingt einen Onlinekurs kreieren und bin auf der Suche nach der richtigen Software um Videos aufzunehmen. Ich arbeite mit Mac und habe schon viel Gutes über Screenflow gehört. Ich fände es super, wenn du darüber einen Kurs machen würdest. Ich mag nicht lange selber im Internet rumsuchen und fände es toll, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Screenflow zu haben.«

Lustigerweise habe ich einen Kurs über Screenflow, was die Person aber nicht realisiert hat.

Also habe ich zurückgeschrieben:

»Ich habe einen Kurs über Screenflow. Ich würde mich freuen, dich im Kurs zu begrüssen.« Dazu habe ich den Link zur Verkaufsseite eingefügt.

Jetzt wird es faszinierend, denn nun hatte er zwei Möglichkeiten:

  1. Den Kurs kaufen.
  2. Einen Haufen Gründe anführen, warum er den Kurs nicht kauft.

Was glaubst du, hat er den Kurs gekauft?

Ein paar Tage später hat er sich gemeldet und mir gesagt, dass er sich überlegt habe, aber erstens fehle ihm schlicht und ergreifend die Zeit und zweitens sei es nicht ganz in seiner Preiskategorie. (Wir sprechen übrigens von einem 47 Euro Produkt.)

Er werde es jetzt trotz allem selber versuchen. Schliesslich gäbe es ja auch noch Youtube. (Übrigens ein totaler Widerspruch, wollte er doch einen Kurs buchen, um nicht lange im Internet rumsuchen zu müssen...)

Ich schrieb zurück, dass das für mich kein Problem sei.

Ein paar Tage später schrieb er mir nochmal und sagte: »Ich habe darüber nachgedacht. Es war nicht wirklich die Zeit, wenn ich will, kann ich Zeit freischaufeln. Es war auch nicht das Geld. 47 Euro sind jetzt nicht die Welt. Mittlerweile ist mir klar, dass sobald ich deinen Screenflow Kurs buche, ich keinen Grund mehr habe, nicht endlich damit anzufangen, meinen eigenen Onlinekurs auf die Beine zu stellen und das macht mir Angst.«

Ich dachte mir »Wow, was für ein Beispiel für brutale Ehrlichkeit gegenüber sich selber«.

Und was denkst du, hat er sich danach im Kurs angemeldet?

Nein. Obwohl er seine wahren »Ängste« identifiziert hatte, liess er sich trotzdem von ihnen leiten.

Nochmal, er schrieb ursprünglich: 

»Ich mag nicht lange selber im Internet rumsuchen und fände es toll, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Screenflow zu haben.«

Ich habe ihm genau das angeboten und das auch noch zu einem moderaten Preis. Er hat selber erkannt, warum er den Kurs trotzdem nicht kauft und selbst danach nicht gekauft.

Was Macher zu Machern macht

Der Unterschied zwischen ihm und einem Macher ist, dass Macher ihre Schwächen identifizieren und anschliessend handeln.

Manche Menschen begnügen sich damit, lediglich ihre Schwächen zu erkennen:

  • »Mir fehlt die Motivation dafür.«
  • »Ich kann das nicht, ich habe zwei linke Hände.«
  • »Ich kann mir Namen nicht merken.«

Es ist schwierig Menschen zu helfen, die zwar Schwächen erkennen, aber nicht bereit sind, etwas dagegen zu unternehmen.

Diese Menschen sind übrigens oftmals auch diejenigen am Arbeitsplatz, die sich über Dinge beschweren, ohne selber eine Lösung zu präsentieren.

Macher beschweren sich nicht nur, sondern bieten gleichzeitig Lösungen an. Diese müssen nicht immer ins Schwarze treffen. Aber es geht dabei darum, dass man nicht nur Schwächen erkennt, sondern auch darüber nachdenkt, was man dagegen tun könnte.

Ich arbeite lieber mit Menschen, die sagen: »Weisst du was, wenn ich diesen Kurs mache, gerate ich in Zugzwang. Ich habe dann nämlich keine Ausrede mehr, um nicht mit meinem eigenen Kurs zu beginnen. Aber das macht mir Angst. Wie soll ich das alles schaffen? Und was passiert, wenn ich scheitere? Aber scheiss drauf, ich mach es trotzdem. Wer es nicht versucht, dem wird es auch bestimmt nicht gelingen.«

Wie erkennst du, was dich wirklich abhält, Dinge zu tun?

Bevor ich mich selbständig gemacht habe, hatte ich eine Abneigung gegenüber Kursen. Damals noch eher im offline Bereich.

Wenn mein Kollege etwas Neues lernen will, beispielsweise Klettern, nimmt er einen Kurs.

Meine natürliche Reaktion darauf war früher: »Pha, einen Kurs und dafür auch noch Geld ausgeben? Das brauch ich doch nicht. Ich bin sportlich, das bringe ich mir selber bei.«

Der eigentliche Grund war nicht das Geld. Der eigentlich Grund war, zugeben zu müssen, dass ich etwas noch nicht gut kann - und das gar vor fremden Menschen.

Dies sind die wirklichen, tiefen Ängste. Aber ich hatte damals noch nicht die Selbstwahrnehmung, um das zu erkennen.

Wie gehen wir also damit um?

  • Wie finden wir heraus, was unsere wirklichen Ängste sind, was uns wirklich zurückhält?
  • Wie werden wir brutal ehrlich gegenüber uns selbst, anstatt uns in oberflächliche Ausreden zu flüchten, um uns selber zu belügen?

Ein paar Vorschläge, was du tun kannst

Der 1. Schritt

Frag dich: Was sind die Dinge, von denen ich behaupte, dass sie mir wichtig sind, die ich aber trotzdem nie mache? (Gesünder zu essen, mehr Sport zu machen, mehr Zeit mit deiner Familie verbringen, meine Grossmutter regelmässiger besuchen, endlich mit meinem eigenen Onlinekurs beginnen, etc.)

Wenn du diese Dinge notiert hast, will ich, dass du die Gründe dafür aufschreibst. WARUM schaffst du es nicht diese Dinge zu tun?

  • »Ich habe keine Zeit« ist das erste WARUM, bei dem wir tiefer graben müssen. Wie schon erwähnt, wenn es triftige Gründe gibt, findest du immer Zeit. »Keine Zeit« gilt also nicht.
  • Was ist es wirklich, was dich zurückhält? Ist es die Angst vor Erfolg, die Angst zu scheitern, die Ungewissheit, was andere darüber denken oder schlicht und ergreifend, das überwältigende Gefühl, nicht zu wissen, wo du anfangen sollst?

Schreib alles auf. Das ist deine persönliche Liste, du brauchst sie niemandem zu zeigen. Sei also brutal ehrlich und frag dich: »Was ist es wirklich, das mich abhält das zu tun, was ich will?«

Der 2. Schritt

Notiere 3 Dinge, die du bis heute in einer Woche erledigen willst. Nur 3 Dinge. Egal, ob es Staubsaugen, 1x Sport machen, den Kühlschrank aufräumen oder mit deinem Kind an den See fahren ist, schreib 3 Dinge auf.

Dann setz dir eine Erinnerung in deinem Kalender. Stell sicher, dass du in einer Woche deine Resultate prüfst.

Prüfe dich selber und frag dich: Hast du es gemacht, hast du die 3 Dinge wirklich erledigt?

Und notier dir wiederum: WARUM?

Warum habe ich etwas durchgezogen oder warum nicht. Sei brutal ehrlich, selbst wenn es peinlich ist. Denk dran, das ist nur für deine Augen bestimmt. Du brauchst kein schönes Bild zu zeichnen, um vor anderen gut dazustehen. Lass die Maske fallen.

Du willst brutal ehrlich zu dir selbst sein und ergründen, warum du etwas tust oder eben auch nicht. Denn dann und nur dann wirst du einen Rahmen schaffen, der es dir ermöglicht, dein Verhalten so zu ändern, wie du es dir vorstellst.

ZEIT ZU HANDELN - Was du jetzt tun kannst

  1. Frag dich: »Was sind die Dinge, von denen ich behaupte, dass sie mir wichtig sind, die ich aber trotzdem nie mache?« (Gesünder zu essen, mehr Sport zu machen, mehr Zeit mit deiner Familie verbringen, ein Online Business starten, etc.)
  2. Schreib auf, WARUM du diese Dinge nicht machst (denk dran »keine Zeit« zählt nicht).
  3. Schreib auf, WARUM du diese Dinge machen willst (Ich will mich im Bikini wieder wohlfühlen, ich will beim Treppen steigen nicht mehr ins Schnaufen kommen, ich will meine Kinder aufwachsen sehen, ich will ein selbstbestimmtes Leben führen, etc.)
  4. Notiere 3 Dinge, die du bis heute in einer Woche machen willst - fang ruhig klein an. (Staubsaugen, Kühlschrank aufräumen, 1x Joggen gehen, mit den Kindern in den Zoo gehen, etc.)
  5. Mach dir eine Notiz im Kalender. Stell sicher, dass du nicht vergisst, die Resultate heute in einer Woche zu prüfen.
  6. Analysier, was du geschafft hast und was nicht. Frag dich WARUM habe ich etwas geschafft oder WARUM habe ich es nicht geschafft. Sei BRUTAL EHRLICH!

FRAGEN, DIE DU DIR SELBER STELLEN KANNST

  • Was ist das eine wichtige Ziel, das du ständig aufschiebst? Wie begründest du das? Was ist der wirkliche Grund dafür? (»Keine Zeit« zählt nicht.) Falls das Ziel zu überwältigend ist, könntest du mit einem kleineren beginnen? (1x anstatt 5x die Woche Yoga. / anstatt »ich will ein Online Business beginnen«, »ich lerne, wie man WordPress benutzt«.)
  • Denk über das letzte Mal nach, als du brutal ehrlich zu dir selber warst. Was war die Folge? Was hast du daraus gelernt? Gibt es etwas aus dieser Erfahrung, das du auch bei deinen aktuellen Zielen anwenden könntest?
  • Was könntest du erreichen, wenn du ein bisschen produktiver wärst als andere Menschen? Wie würdest du die gewonnene Zeit verbringen? Nehmen wir an, du hast wöchentlich 4-5 Stunden extra, was würdest du machen?

Fazit

Um dich zu verändern, musst du erstmal den »Ist-Zustand« definieren. Dieser ist die Basis für deine Veränderungen. Der Schlüssel zum Erfolg sind brutale Ehrlichkeit und das setzen von realistischen, also machbaren Zielen. 

Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dir, dich besser einzuschätzen und Dinge wirklich anzupacken. 

Liebe Grüsse

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